KUG mal einer an
Mit der Verabschiedung des Konjunkturpakets II ist es offiziell. Rückwirkend zum Monat Februar können ab sofort Zeitarbeitsfirmen Kurzabeitergeld (kurz KUG) für ihre Beschäftigten beantragen. Eine der hier ersten Personaldienstleistungsunternehmen, die dies in Anspruch nehmen, ist die Firma acrobat, ein von der Dekra zertifiziertes Unternehmen. Ob weitere folgen werden ist unklar. Denn mit dem Antrag ist ein immenser Kosten- und Verwaltungsaufwand verbunden, den viele scheuen. Ein Aufwand, den ein Unternehmen mit Verantwortungsbewusstsein seinen Mitarbeitern aber schuldig ist, wie Sylvia Selinger und Dominique Erdrich, die Geschäftsführerinnen von acrobat, meinen. Diese unternehmerische Verantwortung zeigte sich schon in guten Zeiten mit dem Beitritt in den BZA-Verband und der damit verbundenen Zahlung von gestaffelten Mindestlöhnen und äußert sich nun in schlechten Zeiten mit der Beantragung des KUG. Das ist keine Schande, sondern eine Notwendigkeit. Denn kein Arbeitnehmer wird aufgrund der aktuellen Wirtschaftskrise gekündigt, wenn für ihn KUG beantragt werden kann, basta! Auch wenn das ein Verlustgeschäft ist! Die Reaktion hierauf bei den derzeit 120 betroffenen von insgesamt 500 Zeitarbeitnehmern bei acrobat ist durchweg positiv, überwiegt doch die Freude, den Arbeitsplatz zu behalten, den Frust, weniger ausbezahlt zu bekommen. Darüber hinaus hat sich acrobat aber auch entschlossen den von KUG betroffenen Arbeitnehmern Weiterbildungsprojekte anzubieten und ihnen so die Gelegenheit zu geben sich in ihren Bereichen zusätzlich zu qualifizieren. Ein Angebot, das momentan von über 22 Mitarbeitern gerne genutzt wird. Die dadurch anfallenden Kosten werden größtenteils von acrobat getragen. Dass diese Vorgehensweise aber insbesondere innerhalb der Zeitarbeitsbranche während der Wirtschaftskrise nahezu Ausnahmecharakter hat, ist ein bedauerlicher Umstand, der ganz klar zu Lasten der Gekündigten geht. Man muss kein Psychologe sein, um hier die Vermutung anstellen zu können, dass die weiterhin in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden Zeitarbeitnehmer nur hoffen können, dass acrobat nicht einer der einzigen Personaldienstleistungsunternehmen bleibt, der in dieser Zeit zu seinen Arbeitnehmern steht und für sie das KUG beantragt.










