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|   2017   |
      Frau Cojocaru. - Erfahrungsbericht 8/2020
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v. l.: Herr Lippai, Frau Cojocaru

Sehr geehrte Frau Cojocaru,

Sie waren im Zeitraum vom 29.01.2019 bis zum 28.10.2019 bei der Firma acrobat GmbH beschäftigt. Hierbei wurden Sie in einem Kundenunternehmen der verarbeitenden Fleischindustrie eingesetzt.

Bitte lassen Sie uns gemeinsam im Rahmen eines Interviews Ihre gesamte Zeit bei acrobat und Ihrem Kundenunternehmen Revue passieren. Wir sind sehr gespannt darauf, welche Erfahrungen und Eindrücke Sie in Ihrer Zeit als Leiharbeitnehmerin in der Fleischindustrie gesammelt haben.

Frau Cojocaru

Hallo liebes acrobat-Team, ich freue mich sehr über die Einladung zu diesem Interviewtermin.
Sehr gerne nehme ich Sie auf die Reise in meine Vergangenheit mit. Es gibt natürlich einiges zu berichten, wo fange ich denn da am besten an?

acrobat
Aufgrund der aktuellen Skandale rund um die Fleischindustrie in Deutschland, möchten wir unseren Lesern und Leserinnen zunächst einmal die gesamten Rahmenbedingungen während Ihrer Zeit bei acrobat offenlegen.

Sie stammen ja ursprünglich aus Rumänien. Wie kam es dazu, dass sie in Deutschland Arbeit gefunden haben und wie war der Ablauf bis hin zur Unterbringung und der Arbeitsaufnahme?

 

Frau Cojocaru
Das ist richtig, ich bin Rumänin und war auf der Suche nach einer Anstellung in Deutschland. Hierbei wurde ich dann glücklicherweise bei der Firma acrobat fündig. Ich hatte im Vorfeld bereits viel Erfahrung im Bereich der fleischverarbeitenden Industrie sammeln können und wollte weiterhin in diesem Bereich tätig sein. Aufgrund des höheren Verdienstes war mein ausgegebenes Ziel Deutschland. Nachdem alle Details bezüglich der Tätigkeiten, Höhe des Stundenlohns und weiterer vertraglichen Details geklärt waren, haben wir die Einreise gemeinsam geplant.

Ich wurde von Herrn Lippai (Disponent der Firma acrobat) vom Flughafen in Basel abgeholt und zur Unterbringen in einer Unterkunft in Ottenhöfen im Schwarzwald transportiert.
Das gesamte acrobat-Team und speziell Herr Lippai haben sich wirklich sehr gut um mich gekümmert und mir die Eingewöhnung somit sehr leicht gemacht.

An dieser Stelle nochmals ein sehr großes Dankeschön.

 

acrobat (Hr. Lippai)
Es war mir eine Freude Ihnen behilflich sein zu können. Das ist eine Bestätigung, dass ich einen ganz ordentlichen Job gemacht habe :-)

 

acrobat
Hier sind wir an einem zentralen Thema, der Unterbringung. In den Medien kursieren sehr schlimme Gerüchte, von menschenunwürdigen Lebensbedingungen ist die Rede …
Was können Sie uns aus Ihren persönlichen Erfahrung heraus berichten?

 

Frau Cojocaru
Ich habe die Debatte ebenfalls wahrgenommen und bin ehrlich gesagt sehr erschrocken darüber, dass in einem Land wie Deutschland, allem Anschein nach auch schreckliche Arbeits- und Lebensbedingungen existieren.

Wenn ich nur daran denke, dass es mir ebenfalls so hätte ergehen können ....
Aus meinen persönlichen Erfahrungen muss ich an diesem Punkt jedoch vehement widersprechen.

 

acrobat
Wir sind sehr gespannt.
Fangen wir doch mit den Lebensbedingungen an.
Wie bewerten Sie Ihre Unterbringung?

Frau Cojocaru
Wie bereits erwähnt, habe ich durch die Firma acrobat ein WG-Zimmer im wunderschönen Ottenhöfen im Schwarzwald zur Verfügung gestellt bekommen.

Das Haus wurde erst kürzlich frisch restauriert. Jeder Mitbewohner hat sein eigenes Zimmer erhalten, welches man mit seiner eigenen Chipkarte betreten kann. Eine schöne Einrichtung war bereits vorhanden (Bett, Sessel, Tisch ect.). Es gibt außerdem eine Gemeinschaftsküche sowie mehrere Bäder mit WC, Duschen und Waschbecken, alles was dazugehört.

Außerdem ist im Eingangsbereich eine schöne große Lobby vorhanden, welche wunderbare Möglichkeiten zum Auspannen und gemütlichen Beisammensein ermöglicht. Des Weiteren ist eine schöne Terrasse, welche ebenfalls für alle Mitbewohner zugänglich ist, vorhanden.

Die Vermieter vor Ort sind sehr freundlich und zuvorkommend. Sie kümmern sich wirklich um alles. Es war immer schön geputzt und das Einleben wurde einem leicht gemacht. Außerdem gibt es separate Waschräume und im eigenen Hof sind Wäscheleinen angebracht.

Uns hat es wirklich an nichts gefehlt.

acrobat
Das hört sich wirklich gut an. Wie schätzen Sie das Preis-Leistungsverhältnis für Ihre Unterkunft ein?

Frau Cojocaru
Ich schätze es als ausgesprochen fair ein, auch wenn ich natürlich nichts gegen eine niedrigere Miete einzuwenden hätte (lacht laut).
Nein, ganz im Ernst. Ich muss eine Miete in Höhe von 350,00 Euro entrichten, welche ich für die Qualität und Bedingungen der Einrichtung mehr als angemessen empfinde.

acrobat
Wie bewerten Sie die Lage der Unterkunft?

Frau Cojocaru
Die Lage ist ausgesprochen gut, unweit von uns ist der örtliche Bahnhof gelegen. Somit kann man ohne großen Aufwand an die umliegenden Orte gelangen. Außerdem ist der Anblick der umliegenden Berge sagenhaft.

acrobat
Soweit so gut. Nun möchten wir gerne die Arbeitsbedingungen unter die Lupe nehmen.
Teilen Sie unseren Lesern und Leserinnen bitte zunächst einmal mit, wie Ihr Alltag als Zeitarbeitnehmerin bei der Firma acrobat ausgesehen hat.

Frau Cojocaru
Der Ablauf war folgender: da ich nicht mobil bin, wurde ich in den internen Fahrdienst der Firma eingeplant.
Ich habe jede Woche die Fahrzeiten mitgeteilt bekommen.
Der Ablauf war jederzeit einwandfrei und darüber hinaus sogar kostenlos für mich.
Ich wurde in der Dauer-Frühschicht eingesetzt.

acrobat
Wie gestalteten sich Ihre genauen Arbeitszeiten bzw. Pausenregelungen?

Frau Cojocaru
Arbeitsbeginn war täglich von 05:00 – 14:00 Uhr von Montag bis Freitag. Ab und zu wurde nach vorheriger Absprache auch mal am Samstag gearbeitet.
Pausenzeiten waren von 08:00 – 08:30 Uhr und von 10:45 – 11:00 Uhr.

acrobat
Wurden diese Regelungen auch immer eingehalten?

Frau Cojocaru
Ja, fast immer. Natürlich haben wir auch mal bei hohem Arbeitsaufkommen eine halbe Std. länger gearbeitet.
Dies war aber nur in ganz seltenen Fällen notwendig.
Bei den Pausen wurde immer darauf geachtet, dass diese auch wirklich eingehalten werden.

acrobat
In der Presse wird über absichtlich falsche Arbeitszeiterfassung und Doppelschichten berichtet! Was können Sie dazu sagen?

Frau Cojocaru
Das macht mich betroffen und traurig, sollten solche Methoden wirklich praktiziert werden.
Aber bei uns war dies in keiner Weise gegenwärtig.
Ich betone an dieser Stelle, dass ich solche Erfahrungen nicht gemacht habe.

acrobat
Was können Sie uns über den gelebten Arbeitsschutz berichten.

Frau Cojocaru
Bevor ich die Tätigkeit in meinem Einsatzunternehmen beginnen durfte, musste ich einen von acrobat arrangierten Termin bei einem Betriebsarzt wahrnehmen.

acrobat
Was wurde hierbei unternommen?

Frau Cojocaru
Eine sogenannte Infektionsschutzbelehrung wurde durchgeführt.
Hierbei wurde ich über alles Wichtige im Hinblick auf geltende Hygienerichtlinien unterrichtet.
Außerdem wurden ein Sehtest, Hörtest und Hauttest vorgenommen.

acrobat
Wie war die Verständigung möglich, Sie verfügen lediglich über Grundkenntnisse der deutschen Sprache.

Frau Cojocaru
Wie auch bei unserem Interview, war eine Übersetzerin mit dabei.
Nur so war eine detaillierte Belehrung möglich.

acrobat
Welche Tätigkeiten führten Sie bei Ihrem Einsatzbetrieb durch?

Frau Cojocaru
Ich wurde dauerhaft in der Abteilung Verpackung eingesetzt.
Hierunter fällt die Bandabnahme der verarbeitenden Produkte, die Folieneinschweißung der Ware, sowie die Ablegung in die vorgesehen Kisten. Außerdem wurden die Waren dann noch zum Versand gerichtet.

acrobat
Wie bewerten Sie ihre Tätigkeiten?

Frau Cojocaru
Klar ist die Arbeit körperlich anstrengend, aber das gehört in der Lebensmittelproduktion einfach dazu.
Ich bin glücklich mit meiner Arbeit und verstehe mich gut mit meinen Vorgesetzen und direkten Arbeitskollegen.
Das zählt für mich. Im Endeffekt arbeite ich um mir ein gutes Leben zu ermöglichen und Geld zu verdienen, so wie viele andere Menschen auch.

acrobat
Apropos Geld. In den Medien wird unter anderem auch über Unterschreitung von Mindestlöhnen berichtet.
Außerdem sollen Überstunden unterschlagen und Urlaubsansprüche verweigert werden.
Ist bei Ihnen in diesen Punkten etwas zu beanstanden?

Frau Cojocaru
Auch hier lief alles korrekt ab. Ich wurde nach geltendem Tarifvertrag bezahlt. Überstunden wurden mir korrekt ausbezahlt und Urlaubsansprüche gewährt.
Außerdem kam dann noch der kostenlose Fahrdienst hinzu.

acrobat
Es kam sogar zu einer Übernahme von Ihnen durch den Einsatzbetrieb.
Können Sie das bestätigen.

Frau Cojocaru
Ganz genau! Nach exakt 9 Monaten wurde ich vom Kunden übernommen und arbeite bis heute dort.
Es ist alles genau so eingetreten, wie mir es im Vorfeld von acrobat in Aussicht gestellt worden ist.

acrobat
Bitte geben Sie uns zum Schluss ein Fazit über die gesamte Zeit bei acrobat als Zeitarbeitnehmerin in der Fleischindustrie.

Frau Cojocaru
Meine Zeit bei acrobat war von hohem Respekt und gegenseitiger Anerkennung geprägt.
Ich habe mich stets gut aufgehoben gefühlt, hiermit schließe ich die Betreuung von acrobat, die Arbeit im Einsatzunternehmen und meine Unterkunft ein.
Ich bin sehr froh darüber, einen neuen Weg mit acrobat bestritten zu haben.
Ich habe die Firma bereits einigen Bekannten von mir weiterempfohlen und werde dies auch zukünftig machen.
Guten Gewissens kann ich behaupten, dass hier seriös, fair und vor allem menschlich gearbeitet wird.

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